2021 "ZUVERSICHT - Kompass in bewegten Zeiten"

Wir suchen und brauchen Orientierung in Zeiten wie diesen, wo viele Sicherheiten im Wanken sind, wo nichts mehr länger planbar scheint, wo wir unser Leben angesichts der Bedrohungen radikal ändern müssten und unsicher sind, wie das gehen soll.

 Als vermutlich einziges Wesen ist der Mensch fähig, (an) Zukunft zu denken. Nicht nur an Kindern und Jugendlichen - vor allem aber an ihnen - können wir erkennen, dass der Mensch nicht nur zukunftsfähig ist, sondern ein Zukunftsbedürfnis hat.

Zuversicht ist der Türöffner für Zukunft, für eine Welt der Möglichkeitsräume. Anders als eine nebulös daherkommende Hoffnung, und auch anders als naiver Optimismus lässt sich die Zuversicht durch drei konkrete Merkmale beschreiben, die zugleich auch ihre Voraussetzungen sind:

Zuversicht braucht - erstens - Vertrauen: Ohne die Erfahrung, dass mir etwas zugetraut wurde, kann ich mir selbst und Anderen nichts zutrauen.

Ihre sinnstiftende Kraft bezieht die Zuversicht - zweitens - aus dem Gemeinschaftssinn: Was soll Sinn stiften, wenn nicht, etwas für Andere, auch für die uns nachfolgenden Generationen zu tun?

Die dritte Voraussetzung und Komponente der Zuversicht ist Vorstellungsarbeit, Denkarbeit: Zuversicht geht ins Ungefähre und ins Leere, wenn wir uns nicht um Vorstellungen, um eine konkrete Vision dessen bemühen, wohin wir uns und die Welt entwickeln wollen. (Joachim Bauer)

Die Sorge um das Lebendige, die sich entfalten soll, beschränkt sich aber nicht nur auf Menschen, sondern auch auf (andere) Tiere. Mit ihnen teilen wir die beschriebenen, in der Körperlichkeit wurzelnden Erfahrungen, gemeinsam mit ihnen bewohnen wir diese Welt. Es braucht (siehe den Auslöser der Corona-Pandemie!) ein Ende der Ausbeutung und des Tötens von Tieren – die Besinnung auf die Tiere ist geradezu existenziell: Ihr Lebensrecht zu leugnen heißt, die eigene Lebendigkeit zu verleugnen. Tier-Individuen nicht ernst nehmen zu wollen bedeutet, auch sich selbst und das Menschsein misszuverstehen. (Corine Pelluchon)

Matthias Horx spricht von einer „Pflicht zur Zuversicht“ und „entschiedener Hoffnung“ als notwendigem Widerstand geben Pessimismus und Angstmache.

Zuversicht sieht die Welt – und ihre Gestaltbarkeit – von der Zukunft aus. Sie fixiert sich nicht auf das Problem, das durch Anstarren immer größer wird, sondern interessiert sich für Lösungen.

Wir möchten 2021 die Zuversicht als einen Kompass für diese bewegten Zeiten sehen und Ihnen vielfältige Angebote machen, Kraft für die notwendigen Veränderungen zu schöpfen.

Cyriak Schwaighofer