LIEDERABEND

„Thomas Bernhard: seine Lieder, seine Psalmen“

Beginn:

Samstag, 07.02.2015 | 20:00

LIEDERABEND

Foto: Robert Pendl

Josephine Renelt (Sopran)
Isabell Czarnecki (Mezzosopran)
Harald Fleißner (Klarinette)
Miku Nishimoto-Neubert (Klavier)
Moderation: Prof. Josef Loibl

Thomas Bernhard und Goldegg: das ist eine spezielle Beziehung. In den 50er-Jahren war Bernhard wegen seiner Lungenerkrankung monatelang als Patient im Nachbarort St. Veit, dem er als Urlaubsgast jahrzehntelang die Treue hielt. 1965 erhielt er für seinen Roman „Frost“ den Bremer Literaturpreis und schaffte damit den internationalen Durch­bruch – doch die Goldegger waren empört, denn in diesem literarischen Meisterwerk fanden sie sich porträtiert: als Säufer, Kriminelle und Schwachsinnige.


Mittlerweile ist der 1989 Verstorbene unumstritten einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller. St. Veit hat im Seelackenmuseum einige Bernhard-Räume eingerichtet und im Herbst 2014 wurden dort zum 20. Mal die Thomas-Bernhard-Tage abgehalten. Und in Goldegg wird er seit 2012 durch das privat initiierte, jährliche Festival „Verstörungen“ geehrt.

„Was war er nicht alles: Vaterlandsverräter, Nestbeschmutzer, Skandalautor. Einer, der wie kein anderer gehasst und angefeindet wurde. Und was ist Thomas Bernhard heute? Ein wortgewaltiger Nationaldichter, ein Stück Theater- und Litera­tur­geschichte, ein Genie.“ (Kurier, 9.2.2014)


An diesem Abend stehen nicht die provozierenden, Skandale auslösenden Werke, sondern seine lyrischen Produktionen im Mittelpunkt. Gedichte schrieb Thomas Bernhard schon als Jugendlicher. Seine erste lyrische Veröffentlichung war 1952 das Gedicht „Mein Weltenstück“. Seinen ersten Gedichtband „Auf der Erde und in der Hölle“ veröffentlichte er 1957, das Jahr darauf folgten „In hora mortis“ und „Unter dem Eisen des Mondes“. Als sprachliche Vorbilder sind Rainer Maria Rilke oder Georg Trakl unverkennbar. DieThemen reichen von der Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität über die Erfahrung der Heimatlosigkeit und des Kriegs bis hin zur Religiösität und Welterschaffung – der Dichter als Demiurg: 

Ich werde an den Rand gehn,
an den Rand der Erde
und die Ewigkeit schmecken.


Das Datum dieses Liederabends ist mit Blick auf die Lebens­daten von Thomas Bernhard gewählt, der am 9. Februar 1931 geboren wurde und am 12. Februar 1989 gestorben ist. Und Auslöser für diesen Liederabend war ein im St. Veiter Seelackenmuseum ausgestellter Brief des Komponisten Hubert Steppan an den Schriftsteller Thomas Bernhard.


Das Programm:

Lieder und Psalmen von Thomas Bernhard in der Vertonung von Hubert Steppan (6. Feb. 1928 – 2009)  ergänzt um Franz Schuberts vorletzte Komposition „Der Hirt auf dem Felsen“ (für Gesangsstimme, Klarinette und Klavier) und Lieder von Luis Spohr.

Genre:

Kultur

Eintritt:

14

12 (Mitglieder, Ö1)

7 (Jugend unter 18)