ZEIT.GESPRÄCH

Konrad Paul Liessmann im Gespräch mit Michael Kerbler
„Welche Werte machen Europa aus?“

Beginn:

Sonntag, 13.03.2016 | 19:00

ZEIT.GESPRÄCH

Foto: APA/Georg Hochmuth

 

In den Staaten der europäischen Union scheint es einen Grundkonsens darüber zu geben, welche Werte, man ist versucht „Pflichtwerte“ zu sagen, die Identität Europa ausmachen: Menschenrechte, Bürgerrechte, Verfassungen, EU-Gesetze, der Rechtsstaat, die Trennung von Kirche und Staat, die Gleichberechtigung.

Für den Philosophen Konrad P. Liessmann ist klar, dass Angehörige eines Landes, eines Kulturkreises, in dem etwa die Trennung von Religion und Staat nicht existiert, damit ein Problem haben. Es gelte daher vorrangig – so Liessmann – die Idee der Aufklärung zu verteidigen und zu vermitteln. Für die Bürger*innen Europas ist, nicht zuletzt durch die schutzsuchenden Flüchtlinge aus den Kriegs- und Unruhegebieten des Nahen und Mittleren Ostens, die Frage nach dem Wertekanon, der Europa trägt, virulent geworden. Das Selbstverständliche – so scheint es – ist so selbstverständlich nicht mehr. Faktum ist, dass der Rechtsstaat das Fundament Europas bildet. Faktum ist aber auch, dass Brüssel gerne auf die Reisefreiheit, die Einheitswährung und die EU-Institutionen verweist, wenn die Frage nach identitätsstiftenden Merkmalen für Europa gestellt wird. Doch Europas Wertespektrum wurde nicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts formuliert, sondern in den zurückliegenden Jahrhunderten geformt. Welche zentralen Werte Europas Selbstverständnis ausmachen, welche in Gefahr geraten an Bedeutung zu verlieren und in welcher Form Europas Werte an Migranten weitervermittelt werden können, spricht Michael Kerbler mit Univ.Prof. Konrad P. Liessmann.

Konrad Paul Liessmann studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte, Psychologie und Soziologie an der Universität Wien. Er promovierte mit einer Arbeit über „Anfang und Ende der Philosophie – Studien zum Verhältnis von Theorie und Praxis im griechischen und nachhegelschen Denken, schrieb 1989 seine Habilitation über den „Begriff der Distanz als ästhetische Kategorie“, ist Autor zahlreicher Bücher und kritischer Kommentare zu aktuellen Themen und leitet das Philosophicum Lech.

Im Anschluss an das Gespräch Diskussion mit dem Gast.

Genre:

Kultur

Eintritt:

9
7 (Mitglieder, Ö1)
5 (Jugend unter 18)