AUSSTELLUNG

Thomas Wizany & Michael Pammesberger
"Er war´s!"

Beginn:

Samstag, 16.07.2016 | 19:00

Ende:

bis Sonntag, 21.08.2016 | 22:00

AUSSTELLUNG

Zwei Karikaturisten, die sich auf pointierte Weise und mit spitzer Feder zur lokalen, nationalen und internationalen Politik äußern, machen die gängige Schuldzuweisungs­formel zum Thema ihrer gemeinsamen Ausstellung. Der unrühmliche Vor­wurf an die Politiker, es ginge im Parlament zu wie im Sand­­kasten (Schauferl wegnehmen, Sandburg zerstören), wird durch das simple „Er war's!“ paraphrasiert. Negative campaigning, so der elegant klingende Anglizismus, umfasst alle strategischen und rhetorischen Mittel, um in politischen Aus­einander­­setzungen den Gegner (oder Koalitions­partner!) „anzupatzen“: für Karikaturisten ein weites, ergiebiges Feld. 


Der Karikaturist der Salzburger NachrichtenThomas Wizany (*1967 in Salzburg), reagiert täglich und seit Jahren mit feinem Humor auf das alltägliche politische Geschehen. 2007 wurde Wizany mit dem René-Marcic-Preis, dem Publizistik­preis des Landes Salz­burg, ausgezeichnet. In der Begrün­dung der Jury heißt es: „Immer wieder beweist er, dass seine Karikaturen mehr sagen können als tausend Worte. Und: Wizanys Karikaturen sind Meisterwerke der intellektuellen Durchdringung, immer auch geprägt durch nachsichtiges Einfühlungsvermögen in menschliche Schwä­chen und Widersprüche.“

Wizany, der sich weniger als Künstler, mehr als zeichnender Journalist sieht, antwortet auf die Frage nach seinen täglichen Einfällen: „Die Themen kommen von selbst, die produzieren ja unsere Politiker en masse, die liegen quasi auf der Straße, man muss sie nur aufklauben, bisschen reinigen und was draus machen.“ Ganz einfach, oder? 

Michael Pammesberger (*1965 in Bad Ischl) zeichnet seit 1997 täglich für den Kurierund seit dem Frühjahr 2015 wöchentlich für News

In seinem Jahresrückblick 2015 liefert er auch eine Antwort, wie er seine Tätigkeit versteht: „Zwischen historisch und hysterisch ist ja nur ein ganz kleiner Unterschied. Je zwei Buch­staben. Ungefähr. Aber die Ereignisse des letzten Jahres haben wieder einmal gezeigt, wie nahe das beieinanderliegt. 

Ausgerechnet der Karikaturist, gewissermaßen professioneller Übertreiber, Über­zeichner und Zuspitzer, ist versucht, zu Maß und Ziel aufzurufen. Ruhe ins Spiel zu bringen. Den Ball flach zu halten. Aber nicht mit mir! Ich lass’ mir doch nicht von diesen Amateuren ins Gschäft pfuschen. Mir fällt immer noch was Blöderes ein als euch Politikern, auch wenn es – zugegeben! – immer schwerer wird.“

Witz und Ironie, Spott und Satire: die Spielarten des Humors, immer wieder gepaart mit klugen Wortspielen, setzen Michael Pammesberger und Thomas Wizany nie ohne Respekt ein. Geschmack­losigkeit und Provokation unter dem Deckmantel der Freiheit der Kunst sind nicht ihre Sache. 

Es ist vielleicht aufschlussreich, in diesem Zusammenhang an Sigmund Freud und seine Überlegungen zum Humor im All­gemeinen und zum Witz im Besonderen zu erinnern. Kulturell bedingt sind wir in unserer Erwachsenenwelt angewiesen, Triebe und Aggressionen zu regulieren. Spontanes Lachen über Witze bzw. aufgrund humoristischer Momente bringt uns Erwachsene einen Augenblick von Kindesglück (!) zurück: in unserer Vorstellung kommen wir kurzfristig ans Ziel unserer affektbetonten Träume – diese imaginatve Enthemmung sorgt für Lustgewinn und Entspannung!             Heinz Kaiser    

„Er war's!“ – bis 21. August (Fr, Sa, So 15 bis 18 Uhr)


Sonntag, 21. August, 20 Uhr
Finissage / Lesung: Franzobel & Maxi Blaha „Best off“

Ausschnitte aus Franzobels Komödien, Österreichtexten, Gedichten und Romanen – eine skurrile Sommernacht!

Freier Eintritt zu Ausstellung und Finissage / Lesung! 


Genre:

Kultur