ZEIT.GESPRÄCH

Christian Felber im Gespräch mit Michael Kerbler
„Stolz, Luxus und Betrügerei / muss sein, damit ein Volk gedeih’"

Beginn:

Sonntag, 18.06.2017 | 19:00

ZEIT.GESPRÄCH

Von der „Bienenfabel" zur Gemeinwohl-Ökonomie

Mit seiner „Bienenfabel" machte sich Bernard Mandeville, ein niederländischer Arzt und Sozialtheoretiker, der in London lebte, keine Freunde. Weder bei den Philosophen, noch in der Politik. Denn der Mann vertrat die Meinung, dass nicht die Tugenden, Anstand und Sitte, sondern das Laster, ja auch das Verbrechen die eigentliche Quelle des Gemeinwohls sei. Luxus, Verschwendung, Krieg und Ausbeutung seien dem wirtschaftlichen Wachstum förderlicher als Genügsamkeit und Friedfertigkeit. Die Fabel – vor 300 Jahren publiziert - wurde vom Gericht als gefährliches Pamphlet wider Religion und bürgerliche Herrschaft gebrandmarkt. Das Bienenvolk in der Fabel versucht eine Kehrtwende zu moralischem Leben in Sparsamkeit und Anspruchslosigkeit. Doch dieser Schritt bekommt dem Staat nicht gut: „Da man auf Luxus jetzt verzichtet, / So ist der Handel bald vernichtet. / Manch Handwerk mehr und mehr verfällt, / Betriebe werden eingestellt. / Darnieder liegt Kunst und Gewerb.“ Der Staat bricht letztlich in sich zusammen.Ausgehend von Bernard Mandevilles „Bienenfabel" diskutiert Michael Kerbler mit dem Befürworter der Gemeinwohl-Wirtschaft Christian Felber ökonomische Modelle, die auf Kooperation statt Konkurrenz aufbauen. Gelingende Beziehungen sind das Ziel, nicht individueller Vorteil. Wie sich das auf die Motivation und Leistung auswirkt, aber auch auf Wohlbefinden und Glück, hat Christian Felber intensiv recherchiert und die Erkenntnisse seinem Modell zugrunde gelegt, das er im ZEIT.GESPRÄCH erklärt.

Im Anschluss an das Gespräch Diskussion mit dem Gast


In Zusammenarbeit mit ORF III

Genre:

Kultur