KINO

„Der Bauer zu Nathal“
Matthias Greuling / David Baldinger; A 2018, 90 min

Beginn:

Freitag, 08.02.2019 | 20:00

KINO

Wer war Thomas Bernhard, geboren am 9. Februar 1931, gestorben am 12. Februar 1989? In Ohlsdorf bei Gmunden besaß er im Ortsteil Nathal einen Bauernhof, dort ist Österreichs bekanntester Schriftsteller des 20. Jahrhunderts allgegenwärtig – und trotzdem nur eine Fußnote. Wie man mit einem überlebensgroßen literarischen Erbe umgeht (oder eben nicht), zeigt dieser Film.

In Ohlsdorf hatte er sich einen Vierkanthof gekauft und sich mit der Berufsbezeichnung „Landwirt“ im Reisepass niedergelassen. Aber gehörte er wirklich dazu? Der gefeierte Literat plötzlich als „Bauer zu Nathal“? Blieb er nicht trotz seiner regen Teilnahme am Dorfleben ein Sonderling? Gab es Schnitt­mengen zwischen dem Geistesmenschen und seiner Umgebung? Und wie verhält sich Ohlsdorf zu seinem berühmtesten Bewohner heute? 

Der Dichter als Seismograph der Gesellschaft – ein altes, besonders in diesem Fall immer noch gültiges Bild. Die Reibung an Bernhard, dem Widerspenstigen, offenbart bis heute tiefe Einblicke in die österreichische Seele.

In dem auf Crowdfunding-Basis finanzierten Kinofilm („Charakterstudie einer Region“) kommen Ohlsdorfer zu Wort. Nicholas Ofczarek liest Texte des Autors, der seinen Landsitz so beschrieb: „Obernathal Nummer zwei, dreißigmaldreißig Meter, aus Stein gedeckt, mit größeren und mit kleineren Stallungen für das Rindsvieh, die Schweine und das Geflügel, mit Stadel und Scheune, Selchkammer unter dem Dach und drei Mostkellern unter der Erde.“

Genre:

Kultur

Eintritt:

7
6 (Mitglieder, Ö1)
5 (Jugend unter 18)