BAROCKMUSIK

L’Orfeo Barockorchester
„Die Sprache der Musik“

Beginn:

Sonntag, 24.02.2019 | 20:00

BAROCKMUSIK

Foto: Reinhard Winkler

Solisten: Carin van Heerden (Blockflöten)
Erich Traxler (Cembalo)

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört das L’Orfeo Barockorchester zu den markantesten Stimmen in der Alten Musik. Für die Neue Zürcher Zeitung besitzt das international besetzte Ensemble rund um die Orchestergründerin und Dirigentin Michi Gaigg jenen „individuellen Charakter abseits globalisierter Einheitsklanglichkeit“, der auf ein fruchtbares Zusammenwirken unterschiedlicher musikalischer Wurzeln zurückzuführen ist. Lebendigkeit des Musizierens, Kontinuität und ein Ensemblegeist, der auch große Lust auf Neues in sich trägt, sind die Basis.

Von den 34 CDs (!), darunter Opern- und Ersteinspielungen, wurden einige ausgezeichnet: u. a. mit dem „Pasticcio-Preis“ und mit dem Deutschen Musikpreis „Echo Klassik“. 

Ausgangspunkt für dieses Programm mit vier Werken deutscher Barockmusik – und dem Werk des Ober­öster­rei­chers Helmut Schmidinger – ist die Analogie von Sprache und Musik. Schmidinger hat seinen Werktitel einer einflussreichen musiktheoretischen Schrift des 18. Jahrhunderts entnommen: Johann Matthesons' „Der vollkommene Capellmeister“, in dem unter dem Begriff „Klang-Rede“ die Ähnlichkeit von Musik und Sprache beschrieben wird. Die vier barocken Werke präsentieren Matthesons entstammendes und dessen musikästhetische Vorstellungen wiedergebendes Spiegelbild. 

Der sächsische Komponist Johann Friedrich Fasch war ein umtriebiger, hochbegabter, wenn auch zu seiner Zeit ungebührend gefeierter Komponist. Sein hochvirtuoses Konzert in F-Dur zählt heute zu den beliebtesten Repertoirestücken der internationalen Blockflöten-Elite.

Im Gegensatz zur dramatischen Gestik von Fasch ist die Suite von Georg Philipp Telemann klanglich volkstümlich mit franzö­si­scher Noblesse.

Wie in den Werken mit solistischer Blockflöte, entwickelt sich auch in Johann Sebastian Bachs berühmtem Cembalokonzert in D-Dur ein nonverbaler Dialog, eine instrumentale Zwiesprache von Übermut, Schmeichelei, Empörung, Flehen, unbändiger Freude und Enttäuschung, die ganze emotionale Palette barocker Klangrede darbietend.

Am Schluss: ein schmissiges Concerto grosso des für seine kom­mu­­ni­kativen Fertigkeiten legendären Georg Friedrich Händel. Es entstammt der innerhalb weniger Wochen im Herbst 1739 entstandenen Werksammlung der Twelve Grand Concertos in seven parts, also in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Publikation des „vollkommenen Capellmeisters“ von Johann Matthesons!

Das Programm:

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Ouvertüre Es-Dur für Flute pastorelle, Streicher und B.c.

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Konzert D-Dur für Cembalo, Streicher und B.c. 

Helmut Schmidinger (*1969)
„Ich zweiffle keineswegs …“
KlangReden für Blockflöte, Streicher und Cembalo (2018

Johann Friedrich Fasch (1688-1758)
Konzert F-Dur für Blockflöte, Streicher und B.c. 

Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Concerto grosso B-Dur Op. 6 Nr. 7 (1739)

Genre:

Kultur

Eintritt:

25
20 (Mitglieder, Ö1)
10 (Jugend unter 18)