AUSSTELLUNG - ERÖFFNUNG<br>Marianne LANG "Findet mich das Glück?"<br>Stephen MATHEWSON "Will happiness find me?"

Beginn:

Samstag, 29.03.2008 | 19:00

AUSSTELLUNG - ERÖFFNUNG<br>Marianne LANG "Findet mich das Glück?"<br>Stephen MATHEWSON "Will happiness find me?"

Dänemark führt, Österrreich ist Dritter, Burundi belegt mit 100 Punkten den letzten Platz. Wo? Im Ranking von 178 Staaten, das Psychologen der Universität Leicester zum „Glück“ erstellt haben. (www.le.ac.uk/users/aw57/world/sample.html) Die Parameter zur Erstellung dieser Rangliste waren u.a. Gesundheitsversorgung, Wohlstand und Bildung. In diesem Ranking ist demnach die Politik für unser Glück verantwortlich.
Volksweisheiten rund ums Glück beziehen sich hingegen nicht auf Staaten, sondern auf das Individuum, wenn es heißt, „jeder ist seines Glückes Schmied“, „dem Kühnen ist das Glück hold“ und „dem Glücklichen schlägt keine Stunde“. Moralisch ambitionierte Aussprüche und Märchen erinnern daran, dass es die kleinen Dinge sind, die den Menschen glücklich stimmen und ihm Zufriedenheit geben. Sein „Seelenheil“ findet man, wenn man sich wie „Hans im Glück“ von allem Materiellen löst, um dann auszurufen: „So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter der Sonne ... frei von aller Last.“
Das Glück, es scheint in der Verantwortung des Einzelnen zu liegt. Fraglich bleibt aber, wie sehr Glück Glücksache ist: Ist es Glück, wenn etwas glückt? Ist es Zufall, ist es gottgewollt, ist es Schicksal? Oder ist es doch nur ein Sprachspiel?

Der Titel dieses Ausstellungsprojektes - „Findet mich das Glück?“ - ist einer Dia-Projektion des Schweizer Künstlerduos Fischli / Weiss entlehnt. Marianne Lang bespielt mit ihrer Solo-Show den Hofstall des Schlosses, Stephen Mathewson bemalt das dreistöckige Stiegenhaus des Schlosses.  (Heinz Kaiser)

„Marianne Lang scheint in ihren Arbeiten nicht nur auf das Glück zu warten, sondern akribisch daran zu arbeiten. Sie konstruiert Gedankenwelten, die in facettenreichen Schichtungen eine abstruse Kulisse für ihr rätselhaftes Spiel bilden. Geometrische Raumverschiebungen mit Textur, Struktur und Mustertapeten ergeben isolierte wie isolierende Situationen, welche die dargestellten Protagonisten der Szene weniger in einer Momentaufnahme als vielmehr in einen Zustand radikaler Stagnation katapultieren. Zwangsläufig distanziert von einer unlogisch verschrobenen, vermeintlich undurchdringbaren Umwelt agieren die Figuren wie in Trance und verfolgen ihre eigenen Ziele, um ans Glück zu gelangen. Es wirkt, als würden sie sich dabei passiv im Kreis drehen, doch auf der Jagd nach dem eigenen Schwanz [Glück?] passieren wunderliche Dinge: Mikros wachsen an der Decke, man stolpert über Maulwurfshügel am Parkett und schwarze Tupfen erweisen sich als Wurmlöcher zu neuen Welten.“ (Johannes Kubin)

„Stephen Mathewson, Zeichner, Maler, Musiker, tough guy from America mit Wohn- und Arbeitssitz in Wien und Hallein. Als wichtige Inspirationsquellen nennt er Franz Kafka und Richard Burton. Er bringt Bild- und Textkombinationen auf die Welt, dass man meinen könnte, Tom Waits wäre sein Bruder.“  (H. K.)

Die Kunsthistorikerin Stefanie Grünangerl spricht zur Arbeit von Marianne Lang, Stephen Mathewson musiziert.

„Findet mich das Glück?“ ist bis 20. April (Fr, Sa, So von 15 - 18 Uhr sowie nach telefonischer Anmeldung) zu sehen.

„Will happiness find me?“ - die Wandmalerei im Stiegenhaus des Schlosses - bleibt bis zum Jahresende 2008 zu sehen und zu lesen.

Genre:

Kultur