AUSSTELLUNG Reinhold Aschbacher

"Drah di um, Sepp!"

Beginn:

Samstag, 17.01.2009 | 16:00

Ende:

bis Sonntag, 15.02.2009 | 18:00

AUSSTELLUNG    Reinhold Aschbacher

reinholdaschbacher.wordpress.com

Seit rund einem Jahrhundert verwenden Künstler Dinge des Alltags, erkunden Rituale des täglichen Lebens, hinterfragen die Korrektheit unseres Denkens und Handelns und irritieren durch neue, mitunter obskure Bildfindungen. Sie bedienen sich der Mittel, die sie für die Umsetzung ihrer Ideen für richtig finden. Die über Jahrhunderte eingeübte Trennung in Grafik, Malerei und Plastik ist hinfällig, man verwehrt sich einer oberflächlichen Schönheit – auch wenn sich das Publikum („die Menschen“) dies wünscht...
Desgleichen hat der 1981 in Goldegg geborene Reinhold Aschbacher mit seiner bildnerischen Arbeit nicht nur im Sinn „Schönes“ zu erzeugen oder quasi auf den ersten Blick zu erfreuen. Ohne sich jedoch vom Schönen als Ziel der Kunst abzuwenden, ist es sein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass wir dabei sind, das menschliche Maß aus den Augen zu verlieren - und damit vielleicht gerade das Schöne selbst verhindern.

„Drah di um, Sepp!“ ist ein Ausstellungsprojekt, das Dokumentation und Realisation zusammenführt. Reinhold Aschbacher schafft Licht-Raum-Situationen aus Eis und Schnee, und so ist es auch kein Zufall, dass dieses Projekt im Winter stattfindet und noch bei Tageslicht eröffnet wird! Aus möglichst klar gefrorenem Eis schneidet er einen Block aus und formt daraus eine optische Linse. Wie die klassische Linse bündelt dieser Eisblock das Sonnenlicht, erzeugt ein auf dem Kopf stehendes Bild (analog zum menschlichen Auge)  - und verkehrt damit Gegebenes. Mit dem Bau solcher alternativer Observatorien wird die Frage nach der Abhängigkeit der Wahrnehmung von „Realität" gestellt und ein Versuch der Öffnung für neue Wertgebungen unternommen. Weiters werden zwei Videos präsentiert, die die Umkehrung in anderen Kontexten thematisieren
 
Reinhold Aschbacher: „Die Standorte bzw. Anschauungsobjekte sind die Berge des Salzburger Innergebirgs. Thema ist deshalb auch die (Un-)Erreichbarkeit dieser Orte, ihre Exponiertheit, und ihre daraus folgende ‚Erhabenheit’. Die erhabene Schönheit der ‚unberührten Gipfel’ ist aber heutzutage einer ebenso umfassenden Vermarktung wie Besteigung ausgesetzt. Das wirklich Unberührbare (Utopische) jener höchsten Punkte gerät dabei freilich in Zerstückelung und Verwendung für unlautere Zwecke.
Die Gegenfrage zu Massentourismus und -verbauung sollte also im Sinne des Respekts und der Achtung (vor den größeren und auch kleineren Zusammenhängen) lauten: Können wir es schaffen es nicht zu schaffen, die Gipfel zu ersteigen und somit den Naturdingen ihre Würde zuzugestehen?“

Matthäus Rest spricht zur Arbeit von Reinhold Aschbacher.

Reinhold Aschbacher geboren 1981, aufgewachsen in Goldegg, Studium technische Physik und Philosophie (Graz, Wien, Paris), Reisen nach Kleinasien und Südamerika, Beschäftigung mit Zeichnung, Fotografie und kunsttheoretischen Fragestellungen;
2005 und 2007: Almaufenthalte im Sommer, 2006: Studium der bildenden Kunst an der Ecole Supérieur d’Art  in Grenoble, 2007/2008: Studium der bildenden Kunst an der Universität von Barcelona, vermehrte Beschäftigung mit Stein, Formenbau und Metallguss;
Sommer 2008: Stipendium für das Steinbildhauersymposion der internationalen Sommerakademie Salzburg.


„Drah di um, Sepp!“ - bis 15. Februar (Fr, Sa, So von 15 - 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung)

Genre:

Kultur

Eintritt:

Eintritt frei!