AUSSTELLUNG Margherita SPILUTTINI

„Unbewegliche Ziele. Fotografische Ermittlungen zur Architektur.“

Beginn:

Samstag, 27.02.2010 | 20:00

Ende:

bis Sonntag, 21.03.2010 | 18:00

AUSSTELLUNG  Margherita SPILUTTINI

www.spiluttini.com Casa Grossi, Goldegg, Architekt Ambros Spiluttini

Margherita Spiluttini gehört zu den internationalen Top-Ten der Architekturfotografie: 1991, 1996 und 2004 war sie auf der Architekturbiennale in Venedig vertreten. Ihr Werk, ihr gewaltiges Archiv, speichert und bildet nicht nur eine umfassende Chronik der österreichischen Architektur und wichtiger Bauten internationaler Star-Architekten. Ihre fotografischen Zyklen „Nach der Natur“ und „Bildgeschichten“ beweisen vor allem auch den künstlerischen Rang ihrer Arbeit. Die „Grand Dame“ der Architekturfotografie prägt anhaltend das Bild und die mediale Empfindung gebauter künstlerischer Leistungen. Und bleibt dabei immer bescheiden und selbstlos pragmatisch: „Ich mache ja nur die Fotos. Und dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem, was die Architekten leisten und bewältigen müssen."

Jedoch: Margherita Spiluttini als „Architekturfotografin" einzuordnen würde ihrer Arbeit nicht gerecht werden, betont auch Margit Zuckriegl, die Leiterin der Österreichischen Fotogalerie: „Architektur nimmt in ihrer fotografischen Tätigkeit einen großen Stellenwert ein, kann aber nicht auf die Rolle des Themas oder der Motivik beschränkt werden. Es ist oftmals das Nicht-Verbaute, das sie interessiert, es ist der Raum dazwischen, der von Bauwerken oder Konstruktionen definiert und abgesteckt wird, der ihre Aufmerksamkeit anzieht, es sind die Umgebung und das Umgebende, für das sie Bilder und Ansichten findet." (In:  Dokumentation zur Preisverleihung „Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2009")

„Auf einem Architekturfoto fehlt fast alles, was Architektur ausmacht: es
gibt keine Gerüche, keine Geräusche, keine Töne, kein Windhauch ist zu
spüren, kein Material ist zu ertasten, ja nicht einmal das Wichtigste,
nämlich die Raumdimension, ist vorhanden.
Das heißt: beim Betrachten eines Architekturfotos entsteht, gewissermaßen
als Ausgleich dieser Unvollkommenheit, im Kopf eines jeden Menschen ein
individuell assoziiertes und projiziertes Bild als subjektive  Vorstellung
dessen, was auf dem Foto zu sehen ist. Ein einziges Foto kann also viele
Bilder (im Kopf) erzeugen.
Die Oberfläche der Fotografie bildet sich aus der Tiefe der Architektur.
„Unbewegliche Ziele“ beschäftigt sich mit verschiedenen
Repräsentationsformen von Fotos österreichischer Architektur: vom plakativen
Einzelfoto über ausführlichere fotografische Untersuchungen bis zum
filmartigen Hintereinander einer Diashow." (Margherita Spiluttini)

Margherita Spiluttini, geboren 1947 in Schwarzach (Salzburg), lebt seit 1981 als freischaffende Fotografin in Wien. Sie war Vorstandsmitglied der Wiener Secession und gehörte dem Fotobeirat der Kunstsektion im Bundeskanzleramt an.
1996 erhielt sie den Österreichischen Würdigungspreis für künstlerische Fotografie, 1997 den Preis der Stadt Wien. Sie wurde 2005 mit dem Großer Kunstpreis des Landes Salzburg und 2009 mit dem Otto Breicha-Preis für Fotokunst ausgezeichnet. 2006 wurde ihr das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen. Ein Lehrauftrag an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, eine Gastprofessur an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz sowie eine umfangreiche Vortragstätigkeit zeigen ihre theoretische Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie.
Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen sind Beweis für die große Attraktivität ihrer Arbeit, die mehr ist als bloße Dokumentation von Gebautem: „Ihre Fotografien vernetzen das Gewesene mit dem Heute, das Gewusste mit dem gerade erst Erfahrenen und sie zirkuliert damit in einer Sphäre der Beteiligtheit des Betrachters, die jedem, der ihre Fotografien ansieht, das Gefühl verleiht, frei atmen und frei schreiten zu können." (Margit Zuckriegl, ebd.)

Zur Ausstellungseröffnung spricht Norbert Mayr.
N.M. ist Architekturhistoriker und -publizist und Stadtforscher; seit 1984 Aufbau eines Architekturarchivs; Forschungs-, Publikations- und Kuratorentätigkeit zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie, Stadt- u. Regional-entwicklung sowie Denkmalpflege; Vorträgs- und Lehrtätigkeit. Bücher: „Stadtbühne und Talschluss", „LP-architektur". Das mit dem Kulturverein Schloss Goldegg 2000 realisierte Internetprojekt L@ndumgang wurde 2004 mit dem Salzburger Kulturgüterpreis ausgezeichnet.

Samstag, 20. März, 20 Uhr
Vortrag Michael Zinganel
„Wucherungen - eine Kultursemiotik der Architektur im Alpenraum"



Die Ausstellung ist bis 21. März (Fr, Sa, So 15 –18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung) geöffnet.

Genre:

Kultur