SZENISCHE OPER "Il Parnaso Confuso"

90 min, ohne Pause; Einführung: Prof. Josef Wallnig

Beginn:

Samstag, 27.03.2010 | 20:00

SZENISCHE OPER "Il Parnaso Confuso"

An der Universität Mozarteum leitet Prof. Josef Wallnig das Mozart-Opern Institut. Dieses Institut hat sich die zentrale Aufgabe gestellt, intensive praxisbezogenen Beschäftigung mit der vokalen wie auch szenischen Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts anzubieten.

Margit Legler und Reinhold Kubik, Spezialisten für barocke szenische Aufführungspraxis, Barocktanz und Schauspielkunst (Gestik), konnten für einen dreiteiligen Gastkurs gewonnen werden, Studierenden des Mozarteums das „Vokalubar“ szenischer Aufführungspraxis zu vermitteln.

Ein eindrucksvolles Ergebnis dieses Gastkurses ist nun in Goldegg zu erleben: „Il Parnaso Confuso“ von Christoph Willibald Gluck, Libretto von Pietro Metastasio. Vier Sängerinnen, verstärkt von einem Cembalo, drei Bläsern und einem Streichquintett entführen Sie im Goldegger Rittersaal in die Zeit Maria Theresias, in die Mitte des 18. Jahrhunderts.

„Il Parnaso Confuso“ entstand 1765 anlässlich der Verehelichung von Maria Theresias Sohn Joseph II. als Huldigungsoper in italienischer Sprache, bestehend aus acht Musiknummern, verbunden mit Rezitativen. Die drei Musen (Göttinnnen der Künste) Melpomene, Euterpe und Erato (siehe Bild) beraten mit ihrem Bruder Apollo, wie man das Hochzeitspaar am besten ehren könne. Die Musen und Apollo waren Maria Theresias Töchter, also Erzherzoginnen, im Alter zwischen 14 und 23 Jahren.

Die Festa teatrale „Il Parnaso Confuso“ wurde für die Hochzeit von Erzherzog Joseph (1741 – 1790, dem nachmaligen Kaiser Joseph II) mit Maria Josepha von Bayern, seiner zweiten Frau, geschrieben. Die Aufführung war am Abend vor der Hochzeit, am 24. Jänner 1765, im Schloss Schönbrunn.

Der Inhalt: Die drei Musen genießen ihren Aufenthalt auf dem Parnass. „Mitbewohner" Apollo stört den beschaulichen Frieden durch die Ankündigung, dass die Musen am nächsten Tag das kaiserliche Hochzeitsfest mit ihren Künsten in besonderer Weise verschönern müssten. Die Verwirrung („confuso“) ist groß – am Ende haben die Musen zwar ihre Musikinstrumente auf der Suche nach einer zündenden Idee ausprobiert und verschiedene Themen diskutiert, aber gar nichts zuwege gebracht.

Dieses Thema hat eine grundsätzliche Verwandtschaft zu Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“, in dem mit Hilfe einer „Parallelaktion“ der herausragendsten Kräfte des Landes eine einzigartige Idee gesucht wird, um das 70jährige Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph (das 1918 gewesen wäre) würdig zu begehen – natürlich auch ohne Erfolg. Das 18. Jahrhundert hat dazu eine etwas an den Haaren herbeigezogene Positivlösung bereit: Das künstlerische Vermögen der Musen müsse angesichts der Herrlichkeit von Brautpaar und Hochzeit verstummen, und sie könnten für ihre kümmerlichen Leistungen nur auf die großherzige Nachsicht der kaiserlichen Familie hoffen.  (Reinhold Kubik)

In Zusammenarbeit mit der Universität MOZARTEUM Salzburg

Genre:

Kultur

Eintritt:


10

8 (Mitglieder, Landcard, Ö1)

5 (Jugend unter 18)