ALTE MUSIK

Ensemble BELL`ARTE SALZBURG
"Heinrich Ignaz Franz Biber: Mysterien-Sonaten"

Beginn:

Donnerstag, 16.09.2010 | 20:00

ALTE MUSIK

Annegret Siedel (Violinen), Margit Schultheiß (Orgel, Barockharfe), Matthias Müller (Viola da gamba, Lirone)
 
Die Mysterien-Sonaten von H.I.F. Biber (1644 –1704), gewidmet den 15 Geheimnissen des Rosenkranzes, sind mehr als „Meditationsmusik“. Die Musik wirkt durch ihre unterschiedlichen Bewegungen, Charaktere und musikalischen Symbole. Ihre Wirkung wird außerdem durch verschiedene Stimmungen der Violine unterstützt, denn diese färben den Klang des Instruments entweder heller oder dunkler.
Ein kleines Kupferstichbild ist jeder Sonate vorangestellt, auf dem das jeweilige Ereignis im Leben von Jesus und seiner Mutter Maria dargestellt wird. Diese Bilder – die fünf freudenreichen, die fünf schmerzensreichen und die fünf glorreichen Geheimnisse des Rosenkranzes – werden mit den Mitteln der barocken Musiksprache ergreifend umgesetzt.

Für die Aufführung in Schloss Goldegg wurden von den 15 Sonaten für Violine und Basso continuo jene acht Sonaten ausgewählt, in denen die Beziehung zwischen dem Bild und der Musik am deutlichsten erfahrbar ist. Die dazugehörigen Bilder werden während des Konzertes projiziert.

Im Ensemble Bell’arte Salzburg bietet das Continuo eine reiche Klangfarbenpalette an: Margit Schultheiß spielt Orgel und Barockharfe, Matthias Müller Viola da gamba und Lirone, ein historisches Streichinstrument des 16. / 17. Jahrhunderts mit neun bis sechzehn Saiten. Die Barockgeigerin Annegret Siedel wird auf sieben wertvollen Violinen (siehe Bild) spielen, die unterschiedlich gestimmt sind.
Die Musiker des Ensembles Bell’arte Salzburg verbindet das gemeinsame Interesse an der prachtvollen Musik aus den deutschen und österreichischen Musikzentren des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Ensemble führt seine Programme in renommierten Konzertreihen und Festivals auf und belegt seine künstlerische Arbeit mit 11 CD-Einspielungen sowie mit Aufnahmen für Rundfunk und Fernsehen. Und auch dieses Konzert wird vom ORF aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.


Im Februar 2008 wurde im Archiv der Erzdiözese Salzburg jenes Bruderschaftsblatt gefunden, dem H.I.F. Biber seine Kupferstich-Bilder entnahm. Neben den Bildern sind der Wortlaut der Satzungen und Angaben zu Ablassfunktionen in der Rosenkranzbruderschaft festgehalten. Im oberen Teil des Bruderschaftsblattes steht den Salzburger Bischöfen Rupert und Virgil eine Marienstatue zur Seite. Maria thront mit dem Kind auf einem Sockel, auf dem das Wappen des Erzbischofs prangt. Unterhalb des Wappens steht die Jahreszahl 1678. Mit dieser Datierung kann man annehmen, dass Bibers Mysterien-Sonaten und das Bruderschaftsblatt ihre Entstehung dem gleichen Anlass verdanken: die Ausweitung der Rosenkranzbruderschaft über das ganze Land zu propagieren. Zudem fällt in das Jahr 1678 die Ernennung Bibers zum Vizekapellmeister durch Kardinal Max  Gandolf. Er hatte zuvor im Jahr 1674 die Wallfahrtskirche Maria Plain persönlich geweiht und sich persönlich in die Rosenkranzbruderschaft eintragen lassen. Ihm widmete wohl Biber voller Dankbarkeit seine  Mysterien-Sonaten.

Genre:

Kultur

Eintritt:

14

12 (Mitglieder, Landcard, Ö1)

7 (Jugend unter 18)