AUSSTELLUNG

David MOISES "Flüssige Ritter und schwindlige Tiger"

Beginn:

Freitag, 29.07.2011 | 19:00

Ende:

bis Sonntag, 21.08.2011 | 18:00

AUSSTELLUNG

www.davidmoises.com

Was andere nicht mehr brauchen und über Sperrmüllsammlungen zu entsorgen versuchen, was nicht mehr funktioniert oder aus der Mode gekommen ist, kann für den Künstler David Moises der Ausgangspunkt für seine Arbeit werden. Es können aber auch physikalische Momente bzw. Phänomene sein, die ihn interessieren und anregen, sein ganz persönliches Spiel mit uns zu treiben und seine heiteren, mitunter surreal anmutenden Angriffe auf unsere Technikgläubigkeit zu tätigen.
„Der fliegende Teppich“ ist ein instruktives Beispiel für die raffinierte und erfindungsreiche Arbeitsweise von David Moises und für seine künstlerische Intention. Ein Laubbläser, wie er im Herbst zur Reinigung von Straßen oder Parkanlagen Verwendung findet, wurde auf einer runden Standfläche mit Gummi-Unterteil montiert und so umfunktioniert, dass Luft einerseits das Objekt hebt, andererseits nach vorn bewegt (vergleichbar mit einem Luftkissenboot). Und so wird der „fliegende Teppich“ zu einem Objekt, das in uns die Sehnsucht und den Wunsch fliegen zu können weckt, uns an das orientalische Märchen genauso erinnert wie an Ikarus und Daedalus, an die alten Mythen denken lässt wie an die modernen Errungenschaften.

Diese funktionstüchtigen Sehnsuchts- und Erinnerungsmaschinen, die David Moises aus dem Alltag entnommenen Dingen und Objekten entwickelt und designt, veranschaulichen aber auch eine Art von Wiederverwertung, die aktueller und zeitgemäßer nicht sein könnte. Denn Davis Moises analysiert und zerlegt, um dann etwas Neues zu denken und umzusetzen: es ließe sich von Upcycling sprechen, da Altes nicht nur wiederverwertet wird im Sinne von Recycling. Diese spezielle, „höhere" Form der Wiederverwertung hat in unserer Zeit der knapper werdenden Ressourcen und des Aufrufs, intelligent zu sparen („reparieren statt wegwefen") modellhaften Charakter.
Die Arbeiten von David Moises, seine Art, sich mit unserer Welt auseinander zu setzen, ist einerseits erfrischend anregend und geistig-humorvoll, andererseits augenzwinkernd utopisch. Die Selbstbeschreibung des Künstlers, er baue bewegliche Objekte, die oft auch benutzbar wären, ist seiner Bescheidenheit geschuldet. Gleichzeitig verhindert diese Rhetorik eine Einschränkung in der nostalgischen (das heißt wehmütigen und sehnsüchtigen) Erlebnisfähigkeit des Betrachter/Benutzers der mois'schen Erfindungen.      Heinz Kaiser

Zur Ausstellungseröffnung spricht Martin Hochleitner, Leiter der Landesgalerie Linz.


        David Moises (*1973)
1995-2002 Universität für Kunst und Industriedesign, Linz
1998-1999 Humboldt Universität zu Berlin
    Einzelausstellungen u.a.:
2009 CAT Contemporary Art Tower of the MAK, Wien
2008 Project Space, Headlands Center for the Arts, San Francisco
2004 Neue Galerie, Graz
2003 O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz
    Lehraufträge:
Universität für Gestaltung, Linz; Hochschule für angewandte Kunst, Wien;
Hochschule Liechtenstein, Vaduz; Academy of Arts, Lodz/Polen;
Cal State University, Los Angeles; San Francisco Art Institute, San Francisco


Bis 21. August (Fr, Sa, So von 15 – 18 Uhr, sowie nach telefonischer Anmeldung; Führungen auf Anfrage)

Genre:

Kultur

Eintritt:

Freier Eintritt