AUSSTELLUNG

Franz Blaas „Klein, aber pipifein“

Beginn:

Samstag, 09.11.2013 | 19:00

Ende:

bis Samstag, 30.11.2013 | 18:00

AUSSTELLUNG

Tino Schulter

Künstler können machen, was sie wollen – und das ist gut so!" Auf diese einfache Formel brachte der Schweizer Ausstellungsmacher Harald Szeemann das Wesentliche einer künstlerischen Leistung: man muss es wollen. Oder anders gesagt: Leidenschaft und Obsession – darum geht es.

Der 1955 in Passau geborene, in nächster Nähe von Zwickledt (Alfred Kubins jahrzentelanger Wohnort) aufgewachsene und seit langem in Wien lebende Franz Blaas malt und zeichnet mit der für Künstler notwendigen Leidenschaft. Seine Bilderwelten erschafft er mit Bleistift und Farbstiften, mit Pastellkreiden und Aquarellfarben. Bescheiden im Format, poetisch und  rätselhaft im Inhalt. 

Mit wenigen Strichen kann er „Menschenbilder" entwerfen, die oft genauso ratlos wie weise in die Welt blicken und uns dabei einen sanften Spiegel vorhalten, ohne je ans Karikaturhafte zu streifen. Was ein paar Striche alles an Welt auf ein Blatt Papier bannen können, weiß – außer Kindern – kaum jemand so eloquent wie Franz Blaas. Aus einer so intensiven Beziehung zum Zeichnen wächst auch eine enge Bindung an die Arbeitsmittel. Da kann es sein, dass die Einstellung einer gewissen Zeichenblockmarke dazu führt, dass eine Bilder-Serie sozusagen von höherer Gewalt abrupt beendet wird. Oder die Schachtel, in der sich all die Blätter zum jeweiligen Sujet stapeln, ist voll. Man muss Franz Blaas das nicht so wörtlich glauben, aber es markiert doch einen zentralen Aspekt seines Arbeitsstils. …

So leise wie der Bleistift „über das Papier säuselt" (Alfred Polgar), so leise sind auch die Bilder; keine schrillen Motive, keine schrägen Titel, keine bemerkenswerten oder wenigstens großen Formate. (Evelyne Polt-Heinzl)

1997 schon war Franz Blaas mit seinen Arbeiten in Goldegg zu Gast. Damals war es die Bezugnahme auf die Frage, wie zeitgemäß es für einen Künstler sei, sich zeichnerisch und malerisch zu betätigen. Am Ende der Ausstellung las er aus seinem 1995 erschienenen, autobiografisch gefärbten Roman „Omas kleine Erde", für den er sich drei Jahre Zeit genommen hatte. Ein Roman, der auch eine Hommage an seine lebenskluge, hundert Jahre alt gewordene Großmutter ist. 

Diesmal steht seine Ausstellung im Kontext zum Jahresthema „MehrWeniger". Seine Arbeiten, seine Arbeitsweise und seine ökonomische Zurückhaltung stehen in wohltuendem Gegensatz zu gängigen Strategien und Verhaltensweisen in der heutigen Kunstwelt, die über weite Strecken ihre Abhängigkeit vom Kunstmarkt und ihre Nähe zu Design und schicken Oberflächen nicht verbergen kann. (Heinz Kaiser)

Anlässlich der Eröffnung am 9. November spricht Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museums.


Samstag, 30. November, 1
8 Uhr – Lesung / Finissage
Franz Blaas unternimmt einen Streifzug durch seine literarische Arbeit, von
„Omas kleiner Erde" zu aktuellen Gedichten und Aphorismen.

Die Ausstellung ist bis 30. November (Fr, Sa, So von 15 – 18 Uhr sowie nach telefonischer Anmeldung; Führungen auf Anfrage) zu besichtigen.

Genre:

Kultur

Eintritt: