AUSSTELLUNG

Gabriele CHIARI und Gerold TUSCH
„schlichtweg: tout simplement"

Beginn:

Samstag, 19.07.2014 | 19:00

Ende:

bis Sonntag, 17.08.2014 | 18:00

AUSSTELLUNG

 

In der heutigen Zeit bildender Künstler zu sein setzt nicht voraus, handwerklich-technisch versiert zu sein. Sehr oft erschöpft sich eine künstlerische Arbeit darin, ein Setting zu entwerfen, das einen Gedanken, eine Idee oder eine Situation in Szene setzt. Die Ausführung wird delegiert: Handwerker, Techniker, mitunter auch Wissenschaftler, sind die Mitarbeiter, die dazu beitragen, dass die künstlerische Arbeit das Licht der (Kunst)Welt erblickt.  

Bei Gabriele Chiari und Gerold Tusch verhält es sich anders. In klassischer Weise erfüllen sie die Anforderungen, die an das Berufsbild des Künstlers gestellt werden: sie sind es selbst, die die handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten beherrschen, um ihre Arbeit zu realisieren – und es ist für sie unabdingbar,  den kreativen, schöpferischen Akt nicht von der handwerklichen Komponente ihrer favorisierten Techniken (und den damit verbundenen Materialien) abzukoppeln: bei Gabriele Chiari ist es das Aquarell, bei Gerold Tusch die Keramik.

„Das Spannungsfeld zwischen der Beherrschung technischer Fragen einerseits und der Überwindung der damit verbundenen Konventionen andererseits erzeugt ein klares Bekenntnis zu den Technologien Aquarell und Keramik. Die traditionelle Anwendung dieser Verfahren fordert eine kritische Sorgfalt und vorsichtige Neuinterpretation geradezu heraus. Es entsteht eine engagierte, leidenschaftliche Entscheidung, die die üblichen Assoziationen zu den beiden Techniken verweigert." (Chiari/Tusch)

Was die beiden Künstler mit dem Jahresthema des Kulturvereins Schloss Goldegg „MehrWeniger" verbindet, ist einerseits die konsequente Reduzierung auf Technik und Material, andererseits die damit verbundene Konzentration auf die vielfältigen Möglichkeiten und überraschenden, außergewöhnlich formalen Ergebnisse, die ihnen mit ihrem Ausgangsmaterial (Papier/Aquarell-farbe, Ton/Glasur) glücken. 

Beide Künstler setzen auf den Faktor Zeit. Gabriele Chiari, seit rund 20 Jahren in Paris lebend, arbeitet mit dem gesteuerten Zufall. Viele Versuche sind notwendig, um ein gültiges Resultat (ein gelungenes Bild) zu erzielen. Gerold Tusch wiederum schaltet so weit als möglich jeglichen Zufall bei seinem komplexen Herstellungsprozess aus. Er formt bzw. baut aus Ton mitunter opulente, organisch anmutende, an die Formensprache des Barock erinnernde Objekte, die anschließend gebrannt und glasiert werden. 

Der Ausstellungstitel „schlichtweg: tout simplement" – im Französischen wird „schlichtweg" mit „tout simplement" übersetzt – transportiert auf raffiniert sprachspielerische Weise die Intention der beiden Künstler. In ihrem Werk geht es um die Form, die der Betrachter im Idealfall einleuchtend und als gültig erachtet: zweifelsohne tout simplement.  Heinz Kaiser



Anlässlich der Eröffnung am 19. Juli spricht 

Veronique Aichner (Kuratorin des Belvedere, Wien).

Die Ausstellung ist bis 17. August (Fr, Sa, So von 15 – 18 Uhr sowie nach
telefonischer Anmeldung; Führungen auf Anfrage) zu besichtigen.


 

Genre:

Kultur

Eintritt:

Freier Eintritt