SCHLOSSKONZERT

Gerda Struhal (Klavier)
„Zauberwelt Musik: Bach, Bach, Schlee, Beethoven“

Beginn:

Donnerstag, 31.07.2014 | 20:00

SCHLOSSKONZERT

In Wien geboren, wurde Gerda Struhal bereits mit fünf Jahren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aufgenommen. Ihr Klavierstudium schloss sie 2000 in Wien mit Auszeichnung ab.

Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und setzte sich intensiv mit österreichischer zeitgenössischer Klaviermusik auseinander. 2003 wurde ihre CD-Einspielung (Chopin und Skrjabin) mit dem Pasticcio-Preis von Ö1/ORF ausgezeichnet.

Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit unterrichtet sie seit 2002 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 



Das Programm des Abends: 

Präludien und Fugen von Johann Sebastian BACH, eine Sonate von Carl Philipp Emanuel BACH, zwei Tänze von dem 1957 geborenen Österreicher Thomas Daniel SCHLEE und, nach der Pause, die letzte Sonate von Ludwig van BEETHOVEN, op. 111.



Gerda Struhal zu ihrem Programm

„Das wohltemperirte Clavier [sic] ist das alte Testament, die Beethoven'schen Sonaten das neue, an beide müssen wir glauben“ - mit dem „Wohltemperierten Klavier" von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethovens „Hammerklaviersonate" (op. 106) am Programm könnte man also auch Hans von Bülows wohlbekanntes und markantes Zitat aus dem späten 19. Jahrhundert hernehmen, das die 48 Präludien und Fugen von Bach zum einen und die 32 Klaviersonaten von Beethoven zum anderen in einen umfassenden Kontext zu bringen sucht.

Tatsächlich besteht zwischen diesen beiden Meilensteinen der Musikgeschichte ein inhaltlicher Zusammenhang, der in Bachs kompositorischen Meisterschaft von kontrapunktischen Formen, wie sie eben die Fugen repräsentieren, ihren Ausgang nimmt und in Beethovens Faszination für das polyphone Schaffen von Bach seine Reaktion findet. Beethoven spielte die Präludien und Fugen von Bach mit stetem Interesse und griff, davon inspiriert, insbesondere in seinem Spätwerk kontrapunktische Kompositionsformen auf.

Mit der kleinen Sonate in C-Dur kommt Carl Philipp Emanuel Bach zu Gehör, der zweitälteste Sohn Bachs, dessen 300. Geburtstag wir dieses Jahr begehen. Dieser Bach-Sohn war, wie alle Bach’schen Kinder, Schüler des Vaters, der als Thomaskantor in Leipzig ein bekannter Pädagoge seiner Zeit war. (Im übrigen konzipierte er das Wohltemperierte Klavier auch als pädagogisches Werk.) Die dreisätzige, 1779 komponierte Sonate des Bach-Sohnes, der seinerseits ebenfalls als großer Cembalospieler und Pädagoge geschätzt wurde, als Komponist stilistisch dem „Empfindsamen Stil“ zugeordnet wird, erinnert in Miniaturform an die klassische Sonate, die zur selben Zeit von Haydn und Mozart weiter südlich, nämlich in und um Wien, zur ersten Hochblüte geführt wurde und über vierzig Jahre später bei Beethovens op. 111 eine weit über die Klassik hinaus und in die Zukunft weisende Ausformung findet. Nicht nur der besonderen inhaltlichen und strukturellen Ausformung, zum Beispiel der klaren Zweiteilung in den hochdramatischen c-Moll Satz und der wunderbaren C-Dur Arietta, die im zweiten Satz als Thema den Variationen voransteht, dankt die Sonate op. 111 ihre Berühmtheit, sondern auch dem Umstand, dass es sich hierbei um die – ein enorm fruchtbares in der Musikgeschichte einzigartig reichhaltiges Sonatenschaffen – abschließende Sonate handelt, die u.a. auch Thomas Mann in seinen Roman „Doktor Faustus“ aufnahm.

Thomas Daniel Schlee ist ein führender Vertreter der österreichischen zeitgenössischen Komponisten und schließt mit seinem Zyklus „Tränen“, Neun Wiener Tänze op. 73, einer Hommage an seine Heimatstadt Wien (im übrigen Beethovens Wahlheimat), an eine lange Musiktradition an. Jeder dieser „Tänze“, die keine Tänze im herkömmlichen Sinne sind, trägt als Titel den Namen eines Wiener Bezirks. Im „Wiedner“, dem ersten Tanz der Sammlung, erinnert er sich seiner eigenen Jugend in Wieden, während er im letzten Tanz, dem „Gumpendorfer“, mit Tonmaterial, dem der 2. Modus seines Lehreres Olivier Messiaen zugrunde liegt, u.a. die Temperamente seiner Kinder in der Musik erklingen lässt.

Genre:

Kultur

Eintritt:

14
12 (Mitglieder, Ö1)
  7 (
Jugend unter 18)